Delegierte des Landesverbandes Bayern sitzen an einem Tisch im Tagungsraum
XXV. Bundesjugendkongress der Solijugend Aufbruch in eine neue Phase

Am 27. und 28. Sep­tem­ber 2025 kam der XXV. Bun­desju­gend­kongress der Sol­i­dar­ität­sju­gend Deutsch­lands in Hei­del­berg zusam­men. Delegierte aus den Lan­desver­bän­den, Mit­glieder der Bun­desju­gendleitung sowie Gäste nutzten das Woch­enende, um zen­trale Fra­gen der Ver­band­sen­twick­lung zu disku­tieren, rich­tungsweisende Beschlüsse zu fassen und eine neue Bun­desju­gendleitung zu wählen. Bere­its am Vor­abend hat­te die Jahreskon­ferenz den Kongress inhaltlich vor­bere­it­et und wichtige Weichen gestellt.

Phase des Aufbruchs

Der Kongress stand spür­bar unter dem Ein­druck ein­er Phase des Über­gangs. Die ver­gan­genen Jahre waren von inten­siv­er inhaltlich­er Arbeit, zahlre­ichen Maß­nah­men und gle­ichzeit­ig wach­senden struk­turellen Her­aus­forderun­gen geprägt. Die Bun­desju­gendleitung berichtete von ein­er aktiv­en Ver­band­sar­beit mit nationalen und inter­na­tionalen Pro­jek­ten, poli­tis­ch­er Inter­essen­vertre­tung sowie der Weit­er­en­twick­lung von The­men wie Präven­tion, Öffentlichkeit­sar­beit und Jugend­bil­dung. Gle­ichzeit­ig wurde deut­lich, dass finanzielle Entwick­lun­gen, organ­isatorische Fra­gen und die Gewin­nung sowie Unter­stützung von Engagierten zen­trale Auf­gaben für die Zukun­ft bleiben.

Jahreskon­ferenz als Standortbestimmung

Diese Aus­gangslage bes­timmte auch die Jahreskon­ferenz am Fre­itagabend. Hier wur­den die Entwick­lun­gen der let­zten Jahre offen und dif­feren­ziert reflek­tiert. Neben den Bericht­en aus Bun­des- und Lan­desebene standen ins­beson­dere finanzielle Fra­gen und die zukün­ftige Aus­rich­tung der sportlichen Jugend­bil­dung im Mit­telpunkt. Deut­lich wurde, dass vorhan­dene Mit­tel geziel­ter einge­set­zt und beste­hende Konzepte weit­er­en­twick­elt wer­den müssen. Die Kon­ferenz traf dabei auch klare Entschei­dun­gen und zeigte, dass der Ver­band bere­it ist, Ver­ant­wor­tung zu übernehmen und notwendi­ge Pri­or­isierun­gen vorzunehmen.

Zukun­fts­fra­gen im Fokus: die Workshops

Am Sam­stag begann der Bun­desju­gend­kongress mit den for­malen Beratun­gen, bevor die inhaltliche Arbeit in den Mit­telpunkt rück­te. Ein zen­traler Bestandteil waren die Work­shops, in denen die Delegierten inten­siv an Zukun­fts­fra­gen arbeit­eten. Disku­tiert wurde unter anderem, wie die Soli­ju­gend für junge Men­schen noch attrak­tiv­er wer­den kann, wie sportliche Jugend­bil­dung kün­ftig aus­gestal­tet sein sollte und welche Anforderun­gen eine wirk­same Gewalt­präven­tion im Ver­band stellt. Die Diskus­sio­nen macht­en deut­lich, dass ins­beson­dere junge Engagierte stärk­er unter­stützt wer­den müssen, dass Trans­parenz und klare Struk­turen an Bedeu­tung gewin­nen und dass Wertschätzung eine zen­trale Voraus­set­zung für langfristiges Engage­ment ist.

Mitglieder der Solijugend während des Workshops zur Gewaltprävention. Sie stehen auf einer Terrasse und unterhalten sich.

Klare Beschlüsse für Struk­tur und Entwicklung

Diese inhaltlichen Impulse spiegel­ten sich auch in den Beschlüssen des Kon­gress­es wider. Ein Schw­er­punkt lag auf der struk­turellen Weit­er­en­twick­lung des Ver­bands. Ziel ist es, Zuständigkeit­en klar­er zu definieren, Prozesse nachvol­lziehbar­er zu gestal­ten und die Arbeit der Bun­desju­gendleitung trans­par­enter zu machen. In diesem Zusam­men­hang wurde auch beschlossen, einen Antrag an die Bun­deskon­ferenz des Erwach­se­nen­ver­ban­des RKB zu richt­en, mit dem die Mit­glieder der geschäfts­führen­den Bun­desju­gendleitung kün­ftig nach §30 BGB als „beson­dere Vertreter:innen“ in der Satzung ver­ankert wer­den sollen. Damit soll die eigen­ständi­ge und rechtssichere Außen­vertre­tung der Soli­ju­gend im Gesamtver­band gestärkt werden.

Impulse für den Erwach­se­nen­ver­band RKB

Ein weit­er­er Antrag an den Erwach­se­nen­ver­band zielte auf die struk­turelle Ver­ankerung von Präven­tion im gesamten RKB ab. Der Bun­desju­gend­kongress beschloss, die Auf­nahme von Gewalt­präven­tion – ins­beson­dere auch im Hin­blick auf sex­u­al­isierte Gewalt – als verbindlich­es Ziel in der Satzung des RKB zu fordern. Gle­ichzeit­ig wurde die Ein­rich­tung ein­er ver­bandweit­en Arbeits­ge­mein­schaft Präven­tion angestoßen, die unter Beteili­gung ver­schieden­er Ver­bands­bere­iche konkrete Maß­nah­men entwick­eln und die Umset­zung koor­dinieren soll. Damit wird deut­lich, dass Präven­tion nicht nur als Auf­gabe der Jugen­dar­beit ver­standen wird, son­dern als gemein­samer Auf­trag des Gesamtverbands.

Ehre­namt stärken und wertschätzen

Auch inner­halb der Soli­ju­gend selb­st wur­den wichtige Grund­la­gen gelegt. Mit der Ein­führung ein­er Ehrenord­nung wurde ein verbindlich­er Rah­men geschaf­fen, um ehre­namtlich­es Engage­ment sicht­bar­er zu machen und langfristige Mitar­beit im Ver­band angemessen zu würdi­gen. Zudem wur­den weit­ere Anpas­sun­gen der Richtlin­ien auf den Weg gebracht, um die Arbeit der Bun­desju­gendleitung klar­er zu struk­turi­eren und für Engagierte nachvol­lziehbar­er zu gestalten.

Ange­bote wei­t­er­denken und neue Ziel­grup­pen erreichen

Ein weit­er­er zen­traler Schw­er­punkt lag auf der Weit­er­en­twick­lung der Inhalte. Mit Blick auf rück­läu­fige Teil­nehmenden­zahlen bei inter­na­tionalen Maß­nah­men wurde disku­tiert, wie ins­beson­dere die sportliche Jugend­bil­dung stärk­er mit Bil­dungs- und Begeg­nungs­for­mat­en ver­bun­den wer­den kann. Ziel ist es, neue Ziel­grup­pen anzus­prechen, beste­hende Ange­bote attrak­tiv­er zu gestal­ten und die Verbindung von Sport, Bil­dung und inter­na­tionalem Aus­tausch weit­er zu stärken.

Ronja Katz, Mitglied der Bundesjugendleitung 2022–2025, am Tisch der Tagungsleitung. Sie hält ein Mikrofon in der Hand uns spricht.

Gemein­sam lachen und tanzen

Neben den inhaltlichen Beratun­gen kam auch der per­sön­liche Aus­tausch nicht zu kurz. Das Abend­pro­gramm am Sam­stag bot einen bewussten Kon­trast zur inten­siv­en Gremien­ar­beit. Mit einem abwech­slungsre­ichen Büh­nen­pro­gramm, Musik und gemein­samer Feier wurde Raum geschaf­fen, um Begeg­nung auf ein­er anderen Ebene zu ermöglichen. Es wurde gemein­sam gelacht, getanzt und der Tag in ein­er offe­nen und wertschätzen­den Stim­mung abgeschlossen. Ger­ade dieser informelle Teil unter­strich ein­mal mehr, wie wichtig Gemein­schaft und per­sön­liche Bindun­gen für das Ver­band­sleben der Soli­ju­gend sind.

Die neue Bundesjugendleitung

Ein zen­traler Moment des Kon­gress­es war die Wahl der neuen Bun­desju­gendleitung (BJL). Mit Mar­cel Päßler wurde ein erfahren­er Vertreter des Ver­bands erneut zum Bun­desvor­sitzen­den gewählt. Gemein­sam mit dem neu gewählten BJL-Team übern­immt er die Auf­gabe, die angestoße­nen Entwick­lun­gen weit­erzuführen und die Soli­ju­gend in ein­er Phase des Wan­dels aktiv zu gestalten.
Die neue Bun­desju­gendleitung vere­int erfahrene Mit­glieder und neue Gesichter: Bir­git Kupfer übern­immt erneut als stel­lvertre­tende Vor­sitzende das Ressort Inter­na­tionales Jugend­lager. Dirk Weber wird in den kom­menden drei Jahren als stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der das Ressort Finanzen ver­ant­worten. Johannes Frank, der bere­its 2022 erst­mals als Beisitzer in die Bun­desju­gendleitung gewählt wurde, übern­immt kün­ftig als stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der das Ressort inter­na­tionale Jugen­dar­beit. Pas­cal Kieper tritt 2025 seine erste Amtspe­ri­ode als stel­lvertre­tender Vor­sitzen­der im Ressort Nationale Jugen­dar­beit an. Luisa Tschall und Simon Grosch engagieren sich erst­mals als Beisitzer in der Bundesjugendleitung.

Mit klaren Per­spek­tiv­en in die kom­menden Jahre

Der XXV. Bun­desju­gend­kongress hat deut­lich gemacht, dass die Soli­ju­gend bere­it ist, sich den aktuellen Her­aus­forderun­gen zu stellen. Mit klaren Beschlüssen, inten­siv­en Diskus­sio­nen und neuen Impulsen wurde der Grund­stein für die Weit­er­en­twick­lung des Ver­bands gelegt. Entschei­dend wird nun sein, die erar­beit­eten Ansätze kon­se­quent umzuset­zen und die begonnenen Prozesse nach­haltig weiterzuführen.