Die Teilnehmenden auf einem Gruppenfoto vor der Jugendherberge Bautzen
WfF-Jugendradtour 2025: Zwischen Eis, Gewitter und Bettwanzen – unsere Tour von Bautzen nach Berlin

Am 28. April 2025 startete die diesjährige WfF-Jugen­drad­tour mit 14 Jugendlichen und fünf Betreuern von Bautzen nach Berlin. Die Anreise sollte unkom­pliziert per Flixbus und Bahn erfol­gen, doch let­ztlich waren nur die 19 Räder im 7,5‑Tonner pünk­tlich am Start­punkt. Der Rest wurde von einem Laufevent und einem Blitzein­schlag in Dres­den aus­ge­bremst. Aber gegen 21:30 Uhr hat­ten es dann doch alle in die schöne Jugend­her­berge in der Bautzen­er Alt­stadt geschafft.

Tag 1: Von Bautzen nach Sprem­berg (75 km)

Hoch zum Gefäng­nis Bautzen und vor­bei an der Talsperre Bautzen, radel­ten wir an dem Schloss Uhyst vor­bei, das zum Verkauf ste­ht. Wir kon­nten aber ger­ade noch wider­ste­hen, da der Ren­ovierungs­be­darf uns dann doch zu hoch erschien. Unter­wegs war es voll radel­nder Her­ren­run­den, aber keine Gruppe war so groß, lustig und cool wie unsere – super Sound inklu­sive. Die erste Pause nutzte die Jugend für Vol­ley­ball am Strand. Das Wet­ter war super: son­nig und angenehm warm. Im Sprem­berg­er Brück­en­häuschen, einem der besten Eis­lä­den auf dieser Tour, haben wir genüsslich unser erstes Eis ver­drückt und uns über die Zielankun­ft gefreut. Über­nachtet wurde standes­gemäß in ein­er Vil­la – ein prächtiges Anwe­sen, das dank der frühzeit­i­gen Buchung nicht teur­er als die Jugend­her­berge in Bautzen war und somit das Über­nach­tungs-High­light wurde. Während die Jungs Fußball spiel­ten oder Spaghet­ti kocht­en, dreht­en die Mädels mal wieder Tik­tok-Videos – dieses Mal im herrschaftlichen Anwe­sen. Die soge­nan­nten „Alther­ren“ organ­isierten Getränke und so klang der Abend mit reich­lich Essen, Wer­wolf-Run­den und Skat aus.

Tag 2: Von Sprem­berg nach Cot­tbus (78 km)

Nach einem coolen Früh­stück beim Bäck­er startete dieser beson­dere Kul­turtag mit Roberts Vor­trag über die vier Sprem­berg­er Orig­i­nale: Mut­ter Birn­baum, Räu­ber­haupt­mann Lauer­mann, Nachtwächter Kuh­lke und Spaßvo­gel Har­ry Piel. Ani­miert durch diesen Vor­trag geschah etwas Uner­wartetes: Es wur­den spon­tan drei weit­ere Vorträge gehal­ten. Korbin­ian erläuterte den Sinn und Zweck der Wasser­pyra­mide im Schloss­park, Louise berichtete über das Schloss Branitz und Sofia trug uns etwas über den Cot­tbusser Ost­see im Wan­del der Zeit vor. Die Vorträge wirk­ten so pro­fes­sionell, dass auch andere Touris­ten besinnlich lauscht­en. Julius fand eine weit­ere JBL-Box und so hat­ten wir davon nun drei.

Die Teilnehmenden auf einem Gruppenfoto vor dem Schloss Branitz
Die Teil­nehmenden auf einem Grup­pen­fo­to vor dem Schloss Branitz

 

Dann galt es aber zu entschei­den, ob man einen kurzen Etap­pen­tag mit 50 km nach Cot­tbus genießen oder weit­ere 28 km ange­hen und dabei den größten kün­stlichen See Deutsch­lands, den Cot­tbusser Ost­see, umrun­den wollte. Die zweite Über­raschung des Tages war, dass sich 14 der 19 Teil­nehmer für die Umrun­dung entsch­ieden – und das, nach­dem sie die 192 Stufen zum Aus­sicht­sturm erk­lom­men hat­ten. Diese Runde sollte dank des Schot­ters kör­per­lich sehr anstren­gend wer­den, doch zum Glück wartete in Cot­tbus eine coole Eis­diele mit Eis­bech­er Nr. 2, der nur noch durch die tolle Pizze­ria getoppt wurde. Das Abend­pro­gramm bestand aus Shop­pen, Fußball, dem Auf­füllen der Vor­räte an Corny-Riegeln, Wer­wolf und Skat. Eigentlich ein gelun­gener Tag, wären da nicht die bei­den Stürze zweier „Alther­ren“ gewe­sen, die lei­der nicht ohne Ver­let­zungsspuren blieben und diese noch nach­haltig ein­schränken sollten.

Tag 3: Von Cot­tbus über Lübbe­nau und Lübben zum Trop­i­cal Island (78 km)

Über diesen Tag gibt es nicht viel zu bericht­en. Erwartungs­gemäß woll­ten die Jugendlichen nur kurze Pausen machen und fuhren ständig vorn­weg. Man munkelt, es lag am Etap­pen­ziel. Der Rad­weg zwis­chen Lübbe­nau und Lübben führte mit­ten durch die Spreekanäle und war wun­der­schön. Endlich gab es die berühmten Spree­waldgurken aus dem Eimer und ein Soft­eis. So schnell wie an diesem Tag waren wir trotz eines Plat­ten noch nie im Ziel. Im Trop­i­cal Island hat­ten wir 4er-Zelte, zwis­chen denen wir erst­mal die WfF-Flagge hissten. Im Faz­it war es aber die teuer­ste und unver­schämteste Über­nach­tung mit einem ein­stündi­gen Check-in, Abzocke bei Schrankmi­ete und Handyau­fladen, 29 °C im Zelt, jede Menge Kak­er­lak­en und ver­mut­lich auch Bettwanzen. Es wurde die kürzeste Nacht von allen – und sie hin­ter­ließ bei allen sichtliche Spuren. Einige schliefen lieber an der Süd­see als im Zelt. Zu unser­er Über­raschung waren von 17:45 Uhr bis 10 Uhr sämtliche Attrak­tio­nen geschlossen, sodass es sich unterm Strich außer­halb dann doch angenehmer schläft.

Tag 4: Vom Trop­i­cal Island nach Berlin (65 km)

Um die Attrak­tio­nen über­haupt noch nutzen zu kön­nen, hat­ten wir die Abfahrt auf 12 Uhr ver­legt. Endlich kon­nten wir rutschen. Die let­zte Etappe stand im Zeichen des dro­hen­den Gewit­ters am Nach­mit­tag – und so radel­ten wir die ersten 31 km ohne Pause und zügig auf dem wun­der­schön asphaltierten Dah­mer­ad­weg. Wir wagten eine Abkürzung durch den Wald, mit­ten über einen alten rus­sis­chen Flug­platz – größ­ten­teils gut befahrbar. Nach nur zwei Pausen – selb­stver­ständlich inklu­sive Eis­pause – erre­icht­en wir schließlich um 18:10 Uhr den S‑Bahnhof Erkn­er, unser offizielles Ziel. Dort tren­nte sich unsere Gruppe. Der Großteil schaffte es sog­ar trock­en nach Hause.
Alles in allem war es eine gelun­gene Tour mit vie­len Erleb­nis­sen. Die Gruppe zeigte Teamgeist und Aus­dauer. Beson­ders her­vorzuheben sind die kul­turellen Vorträge, die wun­der­schö­nen Rad­wege und die gemein­samen Abende. Selb­st die katas­trophale Nacht im Trop­i­cal Island und der Zeit­druck wegen des dro­hen­den Gewit­ters am let­zten Tag kon­nten die gute Gesamt­stim­mung nicht trüben. Wir freuen uns schon auf die näch­ste Tour!