Die dritte und letzte Begegnung im trilateralen Projekt „Regards Croisés“ (gekreuzte Blicke), gefördert über den Maghreb-Sonderfonds des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW), stand vor entscheidenden Herausforderungen. Nach intensiven Bemühungen aller beteiligten Partner musste die geplante Maßnahme in Algier kurzfristig abgesagt werden.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Zu Beginn des Monats August hatte Nassim, Präsident von ADEEJ, die Solijugend informiert, dass die Situation rund um die Visa-Vergabe für die deutschen und französischen Teilnehmenden zunehmend komplizierter wurde. Trotz mehrerer Treffen von Nassim mit dem Minister für Sport und Jugend in der algerischen Hauptstadt Algier sowie wiederholter Anläufe, über offizielle Kanäle Lösungen zu finden, stellte sich Mitte September heraus, dass eine Durchführung der Begegnung in Algier unter diesen Umständen nicht realisierbar war. Die Vorbereitungen wurden daraufhin komplett gestoppt. Diese Entscheidung traf alle beteiligten Organisationen hart. Carolina Sachs, Referentin für Internationales der Solijugend, beispielsweise hatte bereits alle Teilnehmenden angewiesen, ihre Pässe und andere erforderlichen Unterlagen an die Geschäftsstelle in Offenbach zu senden.
Suche nach Alternativen
Im Anschluss empfahl das DFJW, die Möglichkeit zu prüfen, die dritte Begegnung nach Tunesien zu verlegen. Dieser Vorschlag schien zunächst eine machbare Lösung zu sein, um das Projekt trotz der algerischen Visaproblematik weiterführen und beenden zu können und wurde auch vom algerischen Partner positiv aufgenommen.
Bei einem gemeinsamen Gespräch mit dem französischen Partner SOS Racisme stellte sich jedoch heraus, dass die finanzielle Lage dort derzeit sehr angespannt ist und eine Durchführung in Tunesien nicht nur zusätzliche organisatorische Hürden mit sich bringen würde, sondern nach Auffassung des neuen Koordinators auch aus dem thematischen und geographischen Fokus des Projekts herausfallen würde. Die Mitarbeitenden von SOS Racisme betonten daher die Notwendigkeit, die interne Situation erneut zu prüfen, um eine Entscheidung treffen zu können.
Weiteres Vorgehen
Schlussendlich konnten die Beteiligten sich nicht auf einen Begegnungsort einigen und da die Finanzierung Ende 2025 auslief, mussten Solijugend, SOS Racisme und ADEEJ das Projekt zum Bedauern der sehr motivierten Teilnehmendenvorzeitig einstellen.
