Teilnehmende der zweiten trinationalen Jugendbegegnung in Berlin im November 2024. Sie sitzen in einem Stuhlkreis und unterhalten sich. Vor ihnen liegt ein beschriftetes Plakat.
Wenn Rahmenbedingungen Grenzen setzen: Vorzeitiges Ende von ‚Regards Croisés‘

Die dritte und let­zte Begeg­nung im tri­lat­eralen Pro­jekt „Regards Croisés“ (gekreuzte Blicke), gefördert über den Maghreb-Son­der­fonds des Deutsch-Franzö­sis­chen Jugendw­erks (DFJW), stand vor entschei­den­den Her­aus­forderun­gen. Nach inten­siv­en Bemühun­gen aller beteiligten Part­ner musste die geplante Maß­nahme in Algi­er kurzfristig abge­sagt werden.

 Hin­ter­grund und aktuelle Entwicklungen

Zu Beginn des Monats August hat­te Nas­sim, Präsi­dent von ADEEJ, die Soli­ju­gend informiert, dass die Sit­u­a­tion rund um die Visa-Ver­gabe für die deutschen und franzö­sis­chen Teil­nehmenden zunehmend kom­pliziert­er wurde. Trotz mehrerer Tre­f­fen von Nas­sim mit dem Min­is­ter für Sport und Jugend in der algerischen Haupt­stadt Algi­er sowie wieder­holter Anläufe, über offizielle Kanäle Lösun­gen zu find­en, stellte sich Mitte Sep­tem­ber her­aus, dass eine Durch­führung der Begeg­nung in Algi­er unter diesen Umstän­den nicht real­isier­bar war. Die Vor­bere­itun­gen wur­den daraufhin kom­plett gestoppt. Diese Entschei­dung traf alle beteiligten Organ­i­sa­tio­nen hart. Car­oli­na Sachs, Ref­er­entin für Inter­na­tionales der Soli­ju­gend, beispiel­sweise hat­te bere­its alle Teil­nehmenden angewiesen, ihre Pässe und andere erforder­lichen Unter­la­gen an die Geschäftsstelle in Offen­bach zu senden.

Suche nach Alternativen

Im Anschluss emp­fahl das DFJW, die Möglichkeit zu prüfen, die dritte Begeg­nung nach Tune­sien zu ver­legen. Dieser Vorschlag schien zunächst eine mach­bare Lösung zu sein, um das Pro­jekt trotz der algerischen Vis­aprob­lematik weit­er­führen und been­den zu kön­nen und wurde auch vom algerischen Part­ner pos­i­tiv aufgenommen.

Bei einem gemein­samen Gespräch mit dem franzö­sis­chen Part­ner SOS Racisme stellte sich jedoch her­aus, dass die finanzielle Lage dort derzeit sehr anges­pan­nt ist und eine Durch­führung in Tune­sien nicht nur zusät­zliche organ­isatorische Hür­den mit sich brin­gen würde, son­dern nach Auf­fas­sung des neuen Koor­di­na­tors auch aus dem the­ma­tis­chen und geo­graphis­chen Fokus des Pro­jek­ts her­aus­fall­en würde. Die Mitar­bei­t­en­den von SOS Racisme beton­ten daher die Notwendigkeit, die interne Sit­u­a­tion erneut zu prüfen, um eine Entschei­dung tre­f­fen zu können.

Weit­eres Vorgehen

Schlussendlich kon­nten die Beteiligten sich nicht auf einen Begeg­nung­sort eini­gen und da die Finanzierung Ende 2025 aus­lief, mussten Soli­ju­gend, SOS Racisme und ADEEJ das Pro­jekt zum Bedauern der sehr motivierten Teil­nehmenden­vorzeit­ig einstellen.