Kinderschutz passiert nicht von allein. Er braucht klare Haltungen, verlässliche Strukturen – und Ehrenamtliche, die bereit sind, dazuzulernen und Verantwortung zu übernehmen. Genau das haben die Ehrenamtlichen gezeigt, die am 23. und 24. Mai 2025 in Frankfurt am Main an der Fortbildung „Kinderschutz im Ehrenamt – Grundlagen und Methoden der Prävention sexualisierter Gewalt in der Vereinsarbeit“ teilgenommen haben.
Ein ganz großes Dankeschön an diejenigen, die sich für dieses sensibles Thema Zeit genommen haben – neben Beruf, Schule, Studium oder Familie. Sie investieren nicht nur in ihre eigene Kompetenz, sondern in die Zukunftsfähigkeit ihrer Vereine und unseres gesamten Verbands. Dieses Engagement ist die Grundlage dafür, dass Kinderschutz nicht nur formuliert, sondern gelebt wird – und für unsere Arbeit mit Kindern und Jugendlichen absolut zentral.
Schon der Freitagabend zeigte, wie viel Engagement und Offenheit im Verband steckt. Nach Anreise und gemeinsamem Abendessen ging es direkt in den Austausch. Beim Einstieg in die Grundlagen der Prävention sexualisierter Gewalt wurde deutlich: Die Teilnehmenden bringen Erfahrung mit, stellen kluge Fragen und haben den Anspruch, ihre Vereine sicherer zu machen.
Der Samstag war intensiv – und genau das braucht gute Präventionsarbeit. Von den rechtlichen Grundlagen über Risiko- und Potenzialanalysen bis hin zur konkreten Arbeit am eigenen Schutzkonzept: Alle haben diskutiert, hinterfragt und Lösungen gesucht, die wirklich zu ihren Vereinen passen. Für Vorstände und Engagierte im Verein ist das ein entscheidender Punkt: Schutzkonzepte entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn sie von Ehrenamtlichen mitgetragen und verstanden werden. Diese Fortbildung hat dafür wichtige Grundlagen gelegt.
Besonders wertvoll war die Auseinandersetzung mit der Frage „Was mache ich, wenn sich jemand anvertraut?“. Sich mit solchen Situationen auseinanderzusetzen, erfordert Mut, Haltung und Verantwortungsbewusstsein und zeigt, wie wichtig klare Zuständigkeiten, Handlungssicherheit und Unterstützungssysteme sind. Ehrenamtliche dürfen und sollen in solchen Situationen nicht allein bleiben – dafür braucht es verlässliche Verbandsstrukturen und eine klare Rückendeckung durch Vorstände und den Bundesverband. Dass sich die Teilnehmenden damit auseinandergesetzt haben, zeigt, wie ernst sie ihre Rolle als Übungsleiter:innen, Jugendleiter:innen und Ansprechpartner:innen nehmen.
Diese Fortbildung war mehr als ein Pflichttermin zur Übungsleiter-Lizenz- oder Juleica-Verlängerung. Sie war ein klares Zeichen: Wir wollen Kinder und Jugendliche schützen – nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag unserer Vereine. Das gelingt nur, wenn wir alle bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und uns weiterzubilden.
Kinderschutz ist kein Projekt, sondern ein dauerhafter Auftrag. Dieses Wochenende war ein wichtiger Schritt, ihn gemeinsam weiter umzusetzen.
Unsere Ansprechpartnerinnen
Ihr habt Interesse an einer Schulung zum Thema Kinderschutz im Verein? Dann meldet euch bei Géraldine Cromvel oder Julia Schäfer.
Wir sind für euch da und unterstützen euch dabei, das Thema Kinderschutz in eurem Verein voranzubringen.
Géraldine Cromvel
Jugendbildungsreferentin Solijugend
Fachkraft für Prävention Sexualisierter Gewalt in der Jugendarbeit
E‑Mail: geraldine.cromvel@solijugend.de
Julia Schäfer
RKB-Bundesbeauftragte Prävention
E‑Mail: julia.schaefer@rkbsoli.org
Folgende Materialien können wir euch für eure Weiterbildung im Bereich Sport und Jugendarbeit empfehlen:
Deutsche Sportjugend
DOSB
Bayerischer Jugendring
Materialsammlung DBJR
