Eine Fahrradtour durch Deutschland?

Die Turn­hallen geschlossen, die ganze Urlaus­si­t­u­a­tion eher schlecht und dann wird auch noch das Fahrrad­sem­i­nar aus der Soli­ju­gend in Koop­er­a­tion mit der Naturfre­un­de­ju­gend auf das näch­ste Früh­jahr ver­schoben! Was nun? Schließlich hat­te ich eine Idee: eine Fahrrad­tour durch Deutsch­land kön­nte span­nend sein. Das ist umwelt­fre­undlich, sportlich, nicht beson­ders teuer und außer­dem Coro­na-kon­form. Also set­zte ich mich mit Freund*innen Mitte August auf die Räder und wir fuhren ein­fach los.

Von München aus macht­en wir uns bei 30 Grad durch das hüg­lige All­gäu auf den Weg zum Bodensee, wo wir erst­mal bade­ten und dann direkt am See zel­teten. Am näch­sten Tag ging es nicht weniger anstren­gend durch den Schwarzwald weit­er nach Freiburg. Nach der Besich­ti­gung des schö­nen Städtchens fuhren wir den Rhein ent­lang. Ohne Stei­gung schafften wir nun lock­er 120 km am Tag und auch durch die wun­der­schöne Natur und später die Rhein­schlöss­er auf den Wein­ber­gen, was sicher­lich der schön­ste Teil der Strecke war. Nur die Dialek­te waren etwas gewöh­nungs­bedürftig. Ab Köln radel­ten wir dann quer­feldein durchs Ber­gis­che Land und in diverse Großstädte bis wir einen weit­eren Zwis­chen­halt in Han­nover ein­legten.

Zum Glück spielte das Wet­ter alles in allem sehr gut mit, doch hier im Nor­den merk­te man schon, dass bald Herb­st wird. Auf dem Weg nach Ham­burg wur­den wir von ein­er hefti­gen Regen­front erwis­cht, sodass wir uns unter ein­er Sche­une unter­stell­ten und dort auch zel­teten. Als wir in Ham­burg anka­men, nah­men wir uns erst­mal ein paar Tage Zeit, um die Stadt zu besichti­gen.

Mit­tler­weile waren wir schon fast einen Monat unter­wegs und langsam beka­men wir Sehn­sucht nach dem eige­nen Bett und ein paar Tagen Ruhe. Nach­dem wir nun in etwa 1500 km und ein­mal durch Deutsch­land gefahren waren, beschlossen wir kurzfristig heimz­u­fahren.

In den vier Wochen haben wir einige Eck­en von Deutsch­land ken­nen­gel­ernt und viele nette Leute getrof­fen. Und nicht zulet­zt ist es sehr beein­druck­end zu sehen, was für eine Strecke man mit eigen­er Kraft zurück­le­gen kann. Um auch noch den Rest Deutsch­lands zu erkun­den, wollen wir näch­stes Jahr durch den Osten an die Ost­see fahren.

 

Josephine Haq Khan

Kun­strad­sport­lerin und Mit­glied der Bun­desju­gendleitung der Soli­ju­gend