Vom 28. Juli bis 2. August 2025 wurde Frankfurt für eine Woche zum Schauplatz lebendiger internationaler Jugendarbeit: In der Jugendherberge fand Teil 1 unserer deutsch-französisch-marokkanischen Grundausbildung für interkulturelle Jugendleiter:innen tatt. Mit dabei: engagierte junge Menschen aus Hessen und Umgebung, Nouvelle-Aquitaine und Marokko.
Das Ziel der Maßnahme: Menschen das richtige Werkzeug an die Hand geben, damit sie internationale Jugendbegegnungen kompetent, sensibel und selbstbewusst begleiten können.
Lernen mit Kopf, Herz und Bewegung
Die Ausbildung war kein Frontalunterricht, sondern ein lebendiger Mix aus Sprachanimation, interkulturellem Lernen, Gruppenarbeit und Reflexion. Vom ersten Kennenlernen über kreative Ländervorstellungen bis hin zu Stadterkundungen in trinationalen Teams: Die Teilnehmenden waren durchgehend aktiv. Besonders prägend waren Methoden wie das interkulturelle Simulationsspiel „Barnga“, Identitätsarbeit oder der gemeinsame Besuch im Dialogmuseum Frankfurt.
Dass die Gruppe vielfältig zusammengesetzt war, erwies sich als große Stärke. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und auch Reibungen gehörten dazu – und wurden bewusst als Lernchancen genutzt.
Atmosphäre: offen, motiviert, ehrlich
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen dementsprechend positiv aus: Die Stimmung sei offen, wertschätzend und hoch motiviert gewesen. Viele berichteten, wie schnell die Gruppe zusammengewachsen ist und wie viel sie für ihr eigenes Engagement – beruflich wie ehrenamtlich – mitnehmen konnten. Gleichzeitig wurden auch Herausforderungen benannt, etwa beim Thema Gruppendynamik. Genau diese Offenheit zeigt, wie ernst Beteiligung und Reflexion genommen wurden.
Mehr als nur ein Seminar
Diese erste Phase war kompakt – und sie macht Lust auf mehr. Denn klar ist auch: Interkulturelle Kompetenz kann man nicht lernen, man muss sie erleben und erfahren. Sie braucht Räume, Zeit und gute Begleitung. Mit Teil 1 der Ausbildung wurde ein starkes Fundament gelegt – für die nächsten Ausbildungsphasen, für zukünftige Begegnungsprojekte und für ein solidarisches, vielfältiges Miteinander über Grenzen hinweg.
DFJW-Zertifikat Interkulturelle Jugendleiter:innen
Interkulturelle Jugendleiter:innen planen und leiten internationale Jugendbegegnungen. Sie gestalten den Austausch pädagogisch und sprachlich. Sie können Sprachanimationsaktivitäten anbieten, begleiten die Teilnehmenden in ihrem interkulturellen Lernprozess und werten die Begegnung aus.
Die vom DFJW zertifizierte Ausbildung wird im Rahmen des DFJW-Regionalnetzwerks „Diversität und Partizipation“ zwischen Hessen und Nouvelle-Aquitaine, „DiPa-Nouvelle-Hessquitaine“, angeboten. Das Ziel der Ausbildung ist, junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren zu befähigen, eigene interkulturelle Jugendbegegnungen zu organisieren und durchzuführen. Ein Schwerpunkt der Teamer-Schulung ist neben dem interkulturellen Lernen die Arbeit mit „benachteiligten“ Jugendlichen. Dadurch soll das noch junge Regionalnetzwerk mit nachhaltigen Strukturen gestärkt werden; die Teamer*innen sollen die Ziele der Diversitäts- und Partizipationsstrategie als Multiplikator*innen weitertragen.
Die Ausbildung wird von der Solijugend Deutschlands in Kooperation mit CEMEA Nouvelle-Aquitaine, dem marokkanischen Jugendbildungsverband AMEJ und den Verein Wilde Rose e. V. organisiert.

Mehr Informationen zu den DFJW-Zertifikaten findet ihr hier.
