Gruppenfoto der Teilnehmenden. Sie sitzen und stehen in einem Rondell und halten Länderfahnen.
60. Internationale Jugendbegegnungen: Ein Jubiläum voller Gemeinschaft, Partizipation und interkulturellem Austausch

Vom 27. Juli bis 4. August 2024 fan­den die 60. Inter­na­tionalen Jugend­begeg­nun­gen der Soli­ju­gend im Wil­helm-Diess-Gym­na­si­um in Pock­ing statt. Mehr als 250 junge Men­schen aus zehn Län­dern kamen zusam­men, um sich in ein­er Woche voller Sport, Kreativ­ität und interkul­tureller Begeg­nun­gen ken­nen­zuler­nen und auszutauschen.

Die Jubiläumsver­anstal­tung bot zahlre­iche High­lights, darunter sportliche Wet­tbe­werbe, kreative Work­shops, span­nende Aus­flüge und die Feier­lichkeit­en zum 70-jähri­gen Beste­hen der Solijugend.

Die Lagerolympiade, die in diesem Jahr erst­mals von der AG Inter­na­tionales organ­isiert wor­den war, legte den Fokus auf Koop­er­a­tionsspiele: Teamgeist und Zusam­me­nar­beit standen im Vorder­grund, wodurch die Teil­nehmenden spielerisch ihre Fähigkeit­en in Kom­mu­nika­tion und Zusam­me­nar­beit verbesserten. Natür­lich waren auch sportliche Aktiv­itäten wie immer ein zen­traler Bestandteil des Pro­gramms. Die Klas­sik­er Fußball und Vol­ley­ball durften dabei nicht fehlen. Die von unser­er nieder­ländis­chen Part­neror­gan­i­sa­tion NCS organ­isierten Wasser­spiele an Tag zwei sind eben­falls Tra­di­tion: Sie sorgten auch im Jubiläum­s­jahr nicht nur für Abküh­lung und Action, son­dern auch dafür, dass sich die Teil­nehmenden in lock­er-spaßiger Atmo­sphäre ken­nen­ler­nen kon­nten. Die Stad­tral­lye forderte die Jugendlichen mit knif­fli­gen Auf­gaben her­aus und löste Begeis­terung aus.

Zwei Teilnehmerinnen während der Wasserspiele der niederländischen Partnerorganisationen NCS. Sie rutschen auf dem Bauch über eine Plastikplane mit Wasser.

Nach ein­er län­geren Pause gab es 2024 wieder inter­na­tionale Abende, an denen sich jew­eils zwei Grup­pen vorstell­ten. Eine Neuerung war, dass jede Gruppe 20 Minuten Zeit hat­te und eine inter­ak­tive Präsen­ta­tion gestal­ten sollte, bei der alle mit­machen kon­nten. So wurde gemein­sam getanzt, gesun­gen und sog­ar eine Yoga-Ses­sion durchge­führt. Die pol­nis­che Gruppe lehrte tra­di­tionelle Lieder, und natür­lich durfte das gemein­same Pro­bieren von lan­destyp­is­chen Spezial­itäten nicht fehlen.

Passend zum 35-jähri­gen Jubiläum der UN-Kinder­recht­skon­ven­tion wid­me­ten sich die Work­shops dem The­ma „PAR­TYzi­pa­tion – Wir feiern Mitbes­tim­mung“. Die Teil­nehmenden lern­ten anhand des Stufen­mod­ells von Richard Schröder (1995), was Par­tizipa­tion bedeutet und wie sich Mitbes­tim­mung konkret umset­zen lässt. Beson­ders span­nend war der sprach­liche Ver­gle­ich, denn während der Begriff im Deutschen oft als aktive Beteili­gung ver­standen wird, bedeutet das franzö­sis­che „par­tic­i­pa­tion“ lediglich „Teil­nahme“. In einem World­café erar­beit­eten die Jugendlichen gemein­sam Antworten auf Fra­gen zu eige­nen Erfahrun­gen mit Mitbes­tim­mung, Fremdbes­tim­mung und selb­stor­gan­isiertem Engage­ment. Eine tiefge­hende Erfahrung bot zudem die Bet­za­v­ta-Übung „Die drei Frei­willi­gen“, die den Ein­fluss von Mehrheit­en und Min­der­heit­en in Grup­pen­dy­namiken verdeutlichte.

Teilnehmende in einem Workshop. Sie sitzen auf dem Boden und gestalten Plakate.

Ein beson­deres High­light war der freie Fre­itag, an dem die Jugendlichen selb­st Work­shops anbi­eten kon­nten. Die pol­nis­che Gruppe bot einen Hip-Hop-Tanz-Work­shop an, eine tune­sis­che Teil­nehmerin, pro­fes­sionelle Sän­gerin, leit­ete einen Gesangswork­shop und ein Zirkus-Work­shop sorgte für artis­tis­che Her­aus­forderun­gen. Weit­ere Ange­bote umfassten eine Besich­ti­gung ein­er Großbäck­erei, Minigolf und Baste­lak­tiv­itäten. Darüber hin­aus sorgten ein Tanz­work­shop der lokalen Tra­cht­en­ju­gend und ein Besuch bei der frei­willi­gen Jugend­feuer­wehr Pock­ing für span­nende Ein­blicke in die bay­erische Kul­tur und die lokale Jugendarbeit.

Die Jugendlichen hat­ten die Möglichkeit, an ver­schiede­nen Aus­flü­gen teilzunehmen. Beim Schlauch­boot­fahren kon­nten sie Team­work und Spaß auf dem Wass­er erleben. In Pull­man City beka­men sie Ein­blick in die Kul­tur der Native Amer­i­cans mit Tan­za­uf­führun­gen und Work­shops. Der Pas­sau-Trip umfasste eine Stadt­führung und eine Schiff­fahrt am Drei­flüsseeck. Ein Besuch des Naturfreibads Pock­ing bot Erfrischung und Freizeit, während ein frei­williger Tage­saus­flug nach Linz mit einem Besuch des Ars Elec­tron­i­ca Cen­ter für tech­nol­o­gis­che Ein­blicke sorgte.

Schlauchbootausflug. Ein Teilnehmer zieht das Boot durch niedriges Wasser.

Das Jubiläum wurde am Fre­itagabend mit einem großen Fest began­gen, zu dem auch ehe­ma­lige Teil­nehmende und langjährige Engagierte der Soli­ju­gend ein­ge­laden wor­den waren. Die Berlin­er Live-Karaoke-Band Looney­tunez sorgte für beste Stim­mung und eine Bilder­show zeigte Erin­nerun­gen aus den ver­gan­genen 59 Jugendlagern.

Die let­zten Tage des Lagers standen tra­di­tionell im Zeichen der Final­spiele und des Abschlussabends. Dabei wur­den die Gewinner*innen der ver­schiede­nen Wet­tbe­werbe geehrt und das Lager mit ein­er großen Abschlussver­anstal­tung beendet.

Die 60. Inter­na­tionalen Jugend­begeg­nun­gen boten ein abwech­slungsre­ich­es Pro­gramm, in dem sportlich­er Ehrgeiz, interkul­tureller Aus­tausch und Mitbes­tim­mung eng miteinan­der ver­bun­den wur­den. Die Mis­chung aus bewährten Tra­di­tio­nen und neuen inno­v­a­tiv­en Ansätzen hat das Jugend­lager auch in diesem Jubiläum­s­jahr zu ein­er unvergesslichen Erfahrung für alle Teil­nehmenden gemacht. Wir freuen uns bere­its auf die 61. Jugend­begeg­nun­gen im Jahr 2025!

Hier geht’s zu unser­er YouTube-Playlist „Youth Camp 2024

Fotos (Schlaucht­boot und Grup­pen­fo­to): Flo­ri­an Reumer